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Aktuelle Herausforderungen – das Wichtigste in Kürze

Seit 20 Jahren ist die schweizerische Altersvorsorge nicht mehr umfassend reformiert worden. Jetzt droht sie aus dem Gleichgewicht zu geraten. Eine Reform ist dringend notwendig.

Die Gründe dafür sind:

  • Die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er- und 1960er-Jahre erreichen das Rentenalter
  • Die Lebenserwartung der Menschen im Rentenalter ist gestiegen
  • Die Zinsen auf dem Ersparten sind tief
  • Die Gesellschaft und die Bedürfnisse der Menschen haben sich verändert

Es gibt nur drei Möglichkeiten, wieder ein Gleichgewicht herzustellen: Mehr bezahlen, länger arbeiten oder eine tiefere Rente akzeptieren.

Die Reform ist eine umfassende Antwort auf diese Herausforderungen. Die Ziele der Reform sind:

  • Die laufenden und die neuen Renten sind gesichert
  • Die Höhe der aktuellen und künftigen Altersrenten bleibt erhalten
  • Die Finanzen der AHV sind im nächsten Jahrzehnt im Gleichgewicht
  • Die finanzielle Situation der Pensionskassen wird verbessert
  • Die Leistungen der Altersvorsorge werden an die veränderten Bedürfnisse angepasst
  • Die vorhandenen Lücken in der Vorsorge von Personen mit kleinen Einkommen werden geschlossen

Altersvorsorge 2020 reformiert die AHV und die obligatorische berufliche Vorsorge gleichzeitig und mit Massnahmen, die aufeinander abgestimmt sind:

  • Die Pensionierung kann flexibel und schrittweise zwischen 62 und 70 Jahren gewählt werden
  • Das Referenzalter, in dem die Leistungen der Altersvorsorge ohne Zuschläge oder Abzüge ausbezahlt werden, beträgt für Mann und Frau in der AHV und in der beruflichen Vorsorge 65 Jahre. Das Referenzalter der Frauen wird von 64 auf 65 heraufgesetzt.
  • Die AHV erhält eine Zusatzfinanzierung im Umfang von 0,6 Mehrwertsteuerprozenten, wovon aber nur die Hälfte effektiv eine Erhöhung darstellt, weil 0,3 Mehrwertsteuerprozente von der auslaufenden  Zusatzfinanzierung für die IV genommen werden können, was gleichzeitig der Wirtschaft eine enorm teure Umstellung ihrer Buchhaltungssysteme erspart. 
  • Der Umwandlungssatz in der obligatorischen beruflichen Vorsorge wird von 6,8 auf 6,0 Prozent gesenkt
  • Mit Ausgleichsmassnahmen in der beruflichen Vorsorge und in der AHV wird dafür gesorgt, dass die Höhe der Altersrenten erhalten bleibt
  • Mit den Ausgleichsmassnahmen wird auch die Altersvorsorge von Personen mit kleinen Einkommen und Teilzeitbeschäftigung verbessert
  • Rentnerinnen und Rentner sind vom tieferen Umwandlungssatz nicht betroffen. Für sie sind diese Ausgleichsmassnahmen nicht notwendig, sie tragen auch nicht zu deren Finanzierung bei.

Jede Generation leistet ihren Beitrag zur Stabilität der Altersvorsorge und jede Generation erhält dafür etwas zurück:

  • Die aktuellen Rentner können weiterhin von einem Umwandlungssatz von 6.8% profitieren. Die laufenden Renten werden nicht angetastet und sind gesichert.
  • Die Übergangsgeneration der 45- bis 65-Jährigen erhält Zuschüsse aus dem Sicherheitsfonds des BVG. Sie können damit auf die Sicherung des Rentenniveau zählen. 
  • Dank der Reform kommen Teilzeitbeschäftigte und weniger gut Verdienende auch in den Genuss einer Pensionskasse.
  • Frauen profitieren von der «Altersvorsorge 2020». Frauen, die kein hohes Einkommen hatten, können weiterhin mit 64 Jahren die AHV-Rente beziehen und haben gegenüber heute keine finanzielle Einbusse. Für etwa die Hälfte aller Frauen trifft das zu.
  • Die Jungen profitieren von der Reform: ihre Belastung – Umverteilung, Unsicherheit – nimmt insgesamt ab. Insbesondere kann die systemfremde Umverteilung in der 2. Säule um 2/3 reduziert werden.

Die Reform besteht aus zwei separaten Vorlagen:

  • Bundesbeschluss über die Zusatzfinanzierung der AHV durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer. Es handelt sich um eine Änderung der Bundesverfassung. Die Abstimmung ist obligatorisch. Für die Annahme ist das Doppelte Mehr von Volk und Ständen notwendig.
  • Bundesgesetz über die Reform der Altersvorsorge. Darüber wird abgestimmt, wenn das Referendum dagegen zustande kommt. Für die Annahme ist das Volksmehr notwendig.

 

Die beiden Vorlagen sind miteinander verknüpft. Wird eine der beiden in der Volksabstimmung abgelehnt, so scheitert die ganze Reform.

 

Wenn Sie aktiv mithelfen wollen, die geschilderten Probleme zu bekämpfen, werden Sie jetzt Supporter.

Quellen und weitere Informationen:

 

Downloads:

04_argumentarium_reform_2017-06-27_def.pdf

04_argumentarium_reform_2017-06-27_def.pdf04_argumentarium_reform_2017-06-27_def.pdf Bundesamt für Sozialversicherungen BSV: alles über die Reform Altersvorsorge 2020

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